VON C.V.A. | 15.03.2013 14:50
Institut für vergleichende Irrelevanz muss geräumt werden
Nach zehn Jahren Besetzung durch linke Studentengruppen muss das „Institut für vergleichende Irrelevanz“ nun geräumt werden. Eine Immobilienfirma kaufte das Gebäude auf dem Campus der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und verklagte die Besetzer erfolgreich.
Das leerstehende Gebäude wurde 2003 in Folge von Studentenprotesten besetzt und das soziokulturelle Zentrum, genannt „Institut für vergleichende Irrelevanz“ oder kurz IvI, von linken Studenten ins Leben gerufen. Seit dem wurden dort zahlreiche Veranstaltungen wie Konzerte, Kongresse und viele andere abgehalten.
Besonders für die linke und linksradikale Szene hat das Gebäude als autonomes Zentrum eine große Bedeutung. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und wurde im Jahr 2000 als besonders schützenswertes Kulturdenkmal ausgezeichnet.
Die Besetzung richtete sich gegen Umstrukturierungsmaßnahmen der Universität sowie Kürzungen im Sozialbereich und Ausgrenzungen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Das dort entstandene Zentrum versucht, einen Raum für die Vernetzung dieser gesellschaftlichen Gruppen und Gleichgesinnten zu schaffen und sieht sich als Gegenentwurf zur herrschenden Gesellschaft.
Räumung
AStA
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Die Universität tolerierte die Besetzung, bis das Gebäude 2012 an die Firma Franconofurt AG verkauft wurde. Mit den Hausbesetzern wurde der Verkauf im Vorfeld nicht besprochen, da die Universitätsleitung die Besetzung als eine nicht rechtmäßige Nutzung bezeichnete. Diese Firma verklagte das Institut für Irrelevanz oder besser gesagt eine frei erfundene GbR, da sie nicht wusste, wen sie sonst verklagen sollte. Da das IvI sich nicht als Rechtsperson sieht, erschienen die Vertreter nicht zum Gerichtstermin. Daraufhin wurde das Räumungsurteil verhängt. Auch der Vortrag eines Professors, der für das IvI sprechen wollte, wurde vom Gericht
nicht zugelassen. Nun kann das Gebäude jederzeit zwangsgeräumt werden. Die Franconofurt wünscht sich jedoch eine friedliche Übergabe. Der Allgemeine Studierenden Ausschuss (Asta) kritisiert das Verhalten der Universitätsleitung, die das Gebäude heimlich verkauft hat und sich nun keine Gedanken mehr um die Zukunft des Instituts macht. Auch fordert die Asta, dass es weiterhin einen
Ort geben muss, an dem Frankfurter Studierende in der Tradition der Kritischen Theorie wissenschaftlich arbeiten können. Doch noch ist unklar, ob ein neuer Standpunkt für das IvI gefunden werden kann.
Die IvI ließ zumindest schon einmal auf der
eigenen Webseite verlauten, dass sie das Gebäude solange besetzen werden, bis die Stadt einen neuen Ort für das Institut gefunden hat. Eine überregionale Demonstration gegen die Räumung ist bereits in Planung. Ob die IvI ein passendes Zentrum finden wird und ob die Demonstrationen auf fruchtbaren Boden fallen werden, wird sich vermutlich bald zeigen. Wie sich die Auseinandersetzung entwickelt, bleibt bis dahin spannend.
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