VON RICHARD KEHL | 14.10.2010 08:42
UNI Kino: Goethe
Vom Jurastudent zum gefeierten Erfolgs-Literat
Regisseur Philip Stölzel (Nordwand) erzählt die Krise des jungen Wolfgang Goethe zu seiner Studienzeit in Wetzlar. Einer Zeit, in der er seinen literarischen Durchbruch mit dem fast autobiografischen Roman: „Die Leiden des jungen Werther“ 1774 schaffte.
Es ist Spätherbst im Jahr 1765: Johann Wolfgang Goethe studiert in Leipzig Jura. Allerdings feiert er lieber als zu studieren, verehrt revolutionäre Dichter und andere Freidenker dieser Epoche - Literaten, die zu dieser Zeit, in konservativen Akademiker-Kreisen nicht angesehen sind. Seine eigenen literarischen Werke finden daher auch keinen großen Anklang. Sein Drama „Götz von Berlichingen“ wird vom Verleger abgeschmettert. Die Konsequenz: Er fällt rigoros durch die Doktorarbeit. Sein Vater hat daraufhin die Flausen seines Sohnes satt und organisiert 1772 ein Jura-Referendariat beim Reichskammergericht in Wetzlar, um den jungen Johann Wolfgang von Goethe wieder auf den – im wahrsten Sinne des Wortes – rechten Wegen zu bringen. In Wetzlar lernt Goethe nicht nur das praktische juristische Handwerk, unter der Leitung des Gerichtsrats Kestner (Moritz Bleibtreu) kennen, sondern auch bei einem Ball seine große Liebe Lotte Buff (Miriam Stein). Eine leidenschaftliche Liason zwischen Goethe und Lotte Buff mit ungeahnten Konsequenzen beginnt: Lotte ist bereits dem Gerichtsrat versprochen und der Bund von ihrem Vater (Henry Hübchen) eingefädelt und besiegelt worden. Aus Freunden werden Feinde, aus Liebes-Euphorie, Liebeskummer - eine Krise mit literarischem Potential, das zu Goethes Durchbruch als Schriftsteller und Dichter führen soll.
Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren und verstarb 1832 in Weimar. Er kam aus gutem Hause mit einem renommierten Ruf. Johann Wolfgang Goethe war eines von vier Kindern, das bereits im frühen Kindesalter mit Literatur konfrontiert wurde und dessen Leben nur mit Erfolgen zu tun hatte – bis auf diese Studienzeit. Anlass genug für Philip Stölzel diesem Kapitel besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Goethe zählte zu den größten Dichtern und Denkern der Geschichte Deutschlands. Der Film von Philip Stölzel befasst sich mit der Krisen- und Studentenzeit in Wetzlar des jungen Goethe, gespielt von Alexander Fehling, sowie seiner ersten großen Liebe.
Mit „Goethe“ ist Philip Stölzel, co-produiert von Bully Herbig, ein kurzweiliger und unterhaltsame Teilbiografie gelungen, bei dem man die Emotionen des jungen Goethe buchstäblich nachempfinden kann. Liebe und die darin verarbeiteten Emotionen in Texten, Liedern, Filmen etc. gehören zur Grundausstattung und zum Grundkapital eines jeden Künstlers. Dieses Konzept hat auch Philip Stölzel erfolgreich aufgegriffen, mit guten, glaubwürdigen Darstellern und Kulissen umgesetzt. Schon zu Beginn in einer Szene, bei der sich beide Liebenden auf dem Weg zueinander aufmachen, sich deren Wege zwar kreuzen, aber nicht treffen, ist bildlich für den weiteren Verlauf der tragischen Liebesgeschichte. Menschenfreund Goethe gibt dem Gerichtsrat Kestner lyrische Tipps und katapultiert sich damit selbst indirekt ins „Liebes-Aus“. Die gezeigten Emotionen wirken nie übertrieben oder künstlich. Rational statt emotional zu handeln war das Motto zu dieser Zeit.
Der anfangs steril, berechnend wirkende Gerichtsrat, der seinen Nebenbuhler Goethe in die Duellfalle lockt, um ihn loszuwerden, erspielt sich gegen Ende doch noch einige Sympathien des Zusehers, während Miriam Stein sich für die damalige Zeit doch recht emanzipiert gibt, sich im Endeffekt ihrem Schicksal fügt.
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