VON CLEMENS POKORNY | 20.02.2012 13:33
Im Zeichen der Nachhaltigkeit
Im „Wissenschaftsjahr 2012“ arbeiten Städte und Gemeinden an nachhaltiger kommunaler Entwicklung. Aber auch Schüler werden schon am „Zukunftsprojekt ERDE“ beteiligt
Klima- und demographischer Wandel, Abnahme der Biodiversität und Lichtverschmutzung: Die Erde im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen stehen vor großen Problemen. Bewältigt werden können sie nur von uns allen gemeinsam – daher haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung, kurz BMBF, und die Gesellschaft „Wissenschaft im Dialog“ das „Wissenschaftsjahr 2012: Zukunftsprojekt ERDE“ im Sinne der nachhaltigen Entwicklung ausgerufen.
Das „Wissenschaftsjahr“ gibt es bereits seit 2000. Damals stand die Physik im Mittelpunkt des von der Politik vermittelten Dialogs zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Nun geht es um die interdisziplinäre Frage der Nachhaltigkeit: Was kann für den Klimaschutz getan werden? Wie gelingt es, Städte CO2-neutral und energieeffizient (um-) zu gestalten? Ganz allgemein formuliert: Wie hinterlassen wir nachfolgenden Generationen einen lebenswerten Planeten?
Antworten auf diese Fragen sollen in einer Kooperation von Bürgern und Wissenschaft gefunden werden. Dazu eröffneten Annette Schavan als Ministerin des BMBF und Umweltminister Norbert Röttgen zusammen mit Vertretern der „Wissenschaft im Dialog“ GmbH – einem Zusammenschluss der deutschen Wissenschaftsverbände – sowie der 27 teilnehmenden Städte und Gemeinden am 8. Februar in Berlin das Wissenschaftsjahr 2012 (s. Foto). Das BMBF vermittelt dabei „Patenschaften“ zwischen Wissenschaftlern einerseits und Städten und Kommunen andererseits. In den folgenden Monaten erarbeiten die teilnehmenden Gebietskörperschaften gemeinsam mit den Wissenschaftlern im Rahmen des „ZukunftsWerkStadt“ genannten Projekts Ideen dazu, wie Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene verwirklicht werden kann. Zu diesem Zweck gründen sie Diskussionsforen, an denen alle Bürger teilnehmen können. Bis April wählt eine Jury die 15 Städte und Gemeinden mit den besten Vorschlägen für eine nachhaltige Stadtentwicklung aus. Diese werden mit jeweils max. 250.000 EUR gefördert. Auf dem BMBF-Forum für Nachhaltigkeit werden dann im Herbst die Ergebnisse öffentlich vorgestellt und diskutiert.
Zwar stehen den 15 geförderten Städten und Gemeinden über 11.000 Kommunen in Deutschland gegenüber, in denen keine Diskussionen oder gar Projekte zur Nachhaltigkeit angestoßen werden. Doch es bleibt zu hoffen, dass die mit 3,5 Mio. Euro geförderte „ZukunftsWerkStadt“ Pilotcharakter entwickeln wird. Zudem gibt es weitere Aktionen im „Wissenschaftsjahr“: die „SchulKinoWochen“, in denen junge Menschen an die Themen des Wissenschaftsjahres herangeführt werden, den „Girls Day“ zur Förderung weiblichen Nachwuchses in den Naturwissenschaften sowie den „Aktionstag Nachhaltigkeit“ am 4. Juni. Es sind viele kleine Schritte, aber nach einem afrikanischen Sprichwort können sie das Gesicht der Welt verändern – ganz unspektakulär und damit ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.
-
Bauen mit Müll – eine völlig neue „Wegwerfgesellschaft“
Ob nun die „Earthships“ des amerikanischen Architekten Mike Reynolds oder die „Garbage Homes“ in den Armutsvierteln Boliviens – der Trend, Häuser aus recyceltem Material zu bauen, findet in den letzten Jahren immer mehr Anklang. Wo, wie und von wem werden solche „Müllhäuser“ gebaut und wer wohnt dann darin? UNI.de über einen der interessantesten Beiträge zu einer nachhaltigen Gesellschaft.
[...]»
-
CarSharing: Autos nutzen statt besitzen
Carsharing, das gemeinsame Nutzen von PKW, nimmt in Deutschland rasant zu. Mittlerweile verleihen auch Privatleute ihre Autos, wenn sie sie nicht brauchen – Apps und Internet machen es möglich. Carsharing spart Geld und Parkplätze – Zeit aber kaum. Und flächendeckend lässt sich das Prinzip auch nicht umsetzen. Für Studenten ist das geliehene Fahrzeug aber eine gute Alternative zum eigenen (alle Tarifangaben Stand 5/14).
[...]»
-
Urban Mining - verborgene Schätze in unseren Mülltonnen
Die Rohstoffe werden knapp, die Ausbeutung der Ressourcen zeigt langsam Konsequenzen. Dabei schlummert die Lösung buchstäblich vor unserer Haustüre in Millionen von Abfalltonnen: Wertstoffe - in ihnen liegt ungenutztes Potential für unsere Zukunft. Sie sind zu einem Milliardengeschäft geworden, doch verdienen meist zwielichtige Unternehmer ihr Geld damit, unseren unliebsamen Müll ins nichteuropäische Ausland weiterzuverscherbeln.
[...]»
-
Fracking: Öl und Gas um jeden Preis?
Beim „Hydraulic Fracturing“ werden Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepumpt, um anders nicht zugängliche Öl- und Gasvorkommen zu erschließen. Der nötige Aufwand ist dabei fast ebenso groß wie die Risiken für Mensch und Umwelt, die sich beim „Fracking“ ergeben.
[...]»
-
Die Psychologie nachhaltigen Denkens
Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Wir verschwenden Ressourcen. Wir schaden der Erde und damit uns selbst, weil sie den Belastungen aufgrund unserer Produktions- und Lebensweise auf Dauer nicht gewachsen sein kann. Nachhaltigkeit zählt schon lange zu den größten Herausforderungen, mit denen sich früh wie spät entwickelte Industrienationen konfrontiert sehen. Die Frage ist nur: Wie schaffen wir Nachhaltigkeit? Wie überzeuge ich den Einzelnen von einem nachhaltigen Lebensstil? Das „Denkwerk Zukunft“ setzt auf die Aktivierung psychischer Ressourcen zur Förderung von subjektivem Wohlbefinden. Denn Zufriedenheit hat nicht immer etwas mit Konsum zu tun.
[...]»
-
Klimateller: Klimawandel auf dem Teller – CO2-arme Ernährung leicht gemacht
Dass Klimaschutz nicht nur eine Frage von moderner Fahrzeugtechnik, von Solarzellen und Energiesparlampen ist – das ist inzwischen bekannt: in Deutschland ist die durch unsere Ernährung bedingte Treibhausgasemission höher als die durch den Personenkraftverkehr. Das Projekt „Klimateller“ setzt sich für eine klimafreundlichere Ernährung ein, indem sie gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Bildungswesen den ökologischen Fußabdruck von Kantinen und Mensen aufbessern: Einmal pro Woche gibt es klimafreundliche Gerichte. Was dann auf den Teller kommt und warum unser Essverhalten den Klimawandel maßgeblich beeinflusst.
[...]»
-
Der Weltrat für biologische Vielfalt (IPBES): Artenschutzmotor oder Rohrkrepierer?
Mit der IPBES gibt es ein neues UN-Gremium zum Artenschutz an der Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft. Ob die Biodiversität aber auf internationaler Ebene geschützt werden kann, ist angesichts der Misserfolge der ebenfalls international konzipierten und von einem UN-Gremium beratenen UN-Klimakonferenzen fraglich.
[...]»
-
Alles Bio?
Bio ist schon lange in aller Munde. Es ist gesund, lecker und man tut sowohl den Tieren als auch der Natur etwas Gutes, wenn man biologische erzeugte Produkte kauft. So weit die Theorie. Dabei verlassen wir uns auf die Auszeichnung auf den Produkten. Doch Bio ist nicht gleich Bio. Was steckt wirklich hinter den Biosiegeln?
[...]»
-
Klimagipfel Rio+20: Mal kurz die Welt retten…
Am Mittwoch, den 20.6.12 begann er, der Rio + 20 Gipfel. Die Vereinten Nationen trafen sich und sprachen über ein großes Thema: Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Vor exakt 20 Jahren hat es schon einmal so einen Gipfel mit dem Namen „
Erdgipfel“ gegeben. Was hat er bewirkt und hätte diese Neuauflage des Klima- Gipfels endlich wieder Schwung in die lahm gewordenen Bemühungen um die Klimarettung bringen können?
[...]»
-
Masika - Field of Hope: Hilfe für Vergewaltigungsopfer im Kongo
2010 betitelte die UN die Demokratische Republik Kongo offiziell als „Welthauptstadt der Vergewaltigung“. Allein 2009, so wird geschätzt, wurden mehr als 8000 Frauen Opfer sexueller Übergriffe. Misshandelt, vergewaltigt und von ihrer Familie verstoßen finden manche dieser Frauen dank Justine Masika neue Hoffnung: In einem Hilfszentrum für Vergewaltigungsopfer sollen sie lernen, dass das Leben – trotz allem – weitergeht.
[...]»