VON SINEM S. | 04.01.2013 17:01
Die Waffenlobby in den USA
Die Waffenhändler in den USA konnten sich 2012 über ein florierendes Weihnachtsgeschäft freuen: Nach dem jüngsten Amoklauf in Newtown, Connecticut, stieg der Absatz halbautomatischer Waffen sprunghaft an. Sturmgewehre vom Typ AR-15, wie unter anderem vom Attentäter in Newtown benutzt wurde, waren besonders begehrt auf den Waffenmessen, sie können in schneller Folge feuern. Seit dem Amoklauf auf die Grundschule, bei dem 20 Grundschüler und 6 Erwachsene starben, kosten Sturmgewehre dieser Art doppelt so viel wie vor einem halben Jahr. Wie kann es sein, dass die Waffenliebe der Amerikaner durch dieses tragische Ereignis größer geworden ist? Waffengegner protestieren bereits seit Jahren gegen den legalen Erwerb von Waffen in den USA, die Politik ist untätig. Barack Obama kündigte an, die Waffengesetze zu verschärfen, doch sein größter Gegner sitzt bereits in den Startlöchern: die mächtigste Waffenlobby Amerikas, die National Rifle Association (NRA).
Von 1994 bis 2004 war der Verkauf bestimmter Sturmgewehre und Magazine in den USA nicht erlaubt. Das Gesetz, das Bill Clinton noch durchsetzte, lief unter George W. Bush aus, und wurde seitdem nicht mehr erneuert. Doch der Paragraph ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein: Während der Verkauf von Alkohol an Jugendliche extrem reguliert ist, kann im prüden Amerika jeder Jugendliche legal und ohne Waffenschein Waffen erwerben. NRA-Vizepräsident Wayne Lapierre ging nach dem Amoklauf in Newtown sofort in die Offensive und forderte – noch mehr Waffen. Seiner Meinung nach hätte bewaffnetes Sicherheitspersonal an der Schule das Massaker verhindern können. Im zweiten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung wird den Bürgern das Recht auf das Tragen von Waffen garantiert. Auf diesen berufen sich die Waffenlobbyisten ungeniert, wenn es darum geht, endlich die Waffengesetze in den USA zu verschärfen. Die USA verfügt weltweit über das größte Waffenarsenal, insgesamt befinden sich 250 Millionen Waffen in zivilem Gebrauch. Dass Waffengewalt mit Waffen bekämpft werden muss, ist die einzig logische Konsequenz der amerikanischen Waffenlobby. "Sie haben eine paranoide, verstörende Vision eines noch gefährlicheren und noch gewalttätigeren Amerikas gezeigt, in dem jeder bewaffnet und kein Ort mehr sicher ist", sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der sich seit Jahren für schärfere Waffengesetze einsetzt.
„Die älteste Bürgerrechtsorganisation der USA“
Lobbyismus – Macht und Gemeinwohl?
Lobbyisten wichtiger Konzerne der Wirtschaft haben direkten Einfluss auf die Politik und gestalten sie aktiv mit. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Lobbyismus und welche positiven Seiten bringt Lobbyarbeit mit sich?
[...]»
In den USA werden die Interessen von Waffenbesitzern derzeit von 15 Organisationen vertreten, die
National Rifle Association of America ist eine davon, und derzeit die meistkritisierte in den Vereinigten Staaten. Sie selbst bezeichnet sich als die „älteste Bürgerrechtsorganisation der USA“ und entstand kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg, als die Offiziere der Nordstaaten entsetzt waren über die Schießkünste der Soldaten, und sich seitdem der Förderung der Schießkunst und des Schützensports verschrieben. Außerdem setzen sie sich für das Recht auf Waffengebrauch ein und die Lockerung der Waffengesetze in den USA. Amokläufe sind nicht nur ein amerikanisches Phänomen, auch andere Länder wie Norwegen und Großbritannien kämpfen diesbezüglich mit einer
tragischen Geschichte. In Großbritannien hatte 1996 ein Attentäter mehrere Grundschüler in
Dunblane ermordet, die Politik reagierte mit einem umfassenden Waffenverbot. Deutschland hat nach Winnenden und Erfurt erschrocken feststellen müssen, dass sich doch mehr Feuerwaffen in deutschen Haushalten befinden als angenommen. Als Reaktion auf die Amokläufe wurden
Jugendschutz- und Waffengesetze verschärft.
-
ESM: Beitrag zur europäischen Stabilität oder Verlust von Souveränität und Demokratie?
Der Europäische Stabilitätsmechanismus, kurz ESM, soll die Eurozone als Wirtschaftsunion stärken, indem er Kredite für hoch verschuldete Mitgliedsstaaten garantiert. Viele Experten kritisieren aber seine Ausgestaltung für die vertraglich festgeschriebenen, irreversiblen Preisgabe von Souveränität und Demokratie der Unterzeichnerländer.
[...]»
-
Eigenwilliger Schrebergarten – das Flüchtlingslager am Oranienplatz
Es klingt schon sehr „deutsch“, wenn sich Politiker gegen Flüchtlingscamps aussprechen, weil die dort errichteten Holzhütten nicht dem Grünanlagengesetz entsprächen. Gemeint ist der Streit um das Protestcamp auf dem Oranienplatz in Berlin, Kreuzberg, wo sich derzeit mehrere hundert Flüchtlinge aufhalten, die auf Asyl in Deutschland hoffen. Seit Wochen wird über eine friedliche Räumung des Camps verhandelt. Stattdessen bauten die Flüchtlinge ihr Lager systematisch aus - und provozierten damit nicht nur die Politik. Nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen.
[...]»
-
Missbrauch in der Katholischen Kirche - Projekt zur Aufdeckung scheitert
Das Forschungsprojekt zur Untersuchung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche wurde abgebrochen. Die Kirche kündigte den Vertrag mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN).
[...]»
-
„Rassisten in Deutschland“ von Harry Waibel
Hat Hitler nur das Beste gewollt? „Ja“ meinten bei einer Umfrage, die 1977 durchgeführt wurde, über 80 Prozent der Bürger in der BRD. 1989 ergab eine Umfrage, dass noch immer 6,4 Millionen Deutsche eine gute Meinung zu Hitler hatten. Rassismus in Deutschland ist kein dunkles Phantom, sondern traurige und erschreckende Realität. Doch woher rührt dieser Hass? Wie äußerst er sich und vor allem: Was wird dagegen unternommen?
[...]»
-
Steuer gegen Zockergeschäfte
Welche Lehren wurden aus der Finanzkrise 2007 gezogen? Nicht sonderlich viele. Sechs Jahre danach diskutieren Politik und Finanzwesen immer noch über mögliche Konsequenzen und Verbesserungen des Finanzsystems. Und finden keinen gemeinsamen Nenner. Doch es kommt langsam Bewegung in die Diskussionen: Die Finanztransaktionssteuer.
[...]»
-
Braucht Deutschland noch mehr Braunkohle?
Der Braunkohletagebau in Deutschland wird weiter ausgebaut. Obwohl die LINKE sich in Brandenburg offiziell für den Ausstieg aus der Förderung des begehrten Energieträgers stark macht, hat die rot-rote Koalition erst in dieser Woche einen weiteren Ausbauplan genehmigt. Naturschützer reagieren empört darüber, denn: Keinen anderen Rohstoff halten sie für so schmutzig und umweltschädlich wie die Braunkohle. UNI.DE über die aktuelle Diskussion und die Auswirkungen des Braunkohletagebaus.
[...]»
-
Die Waffenlobby in den USA
Die Waffenhändler in den USA konnten sich 2012 über ein florierendes Weihnachtsgeschäft freuen: Nach dem jüngsten Amoklauf in Newtown, Connecticut, stieg der Absatz halbautomatischer Waffen sprunghaft an. Sturmgewehre vom Typ AR-15, wie unter anderem vom Attentäter in Newtown benutzt wurde, waren besonders begehrt auf den Waffenmessen, sie können in schneller Folge feuern. Seit dem Amoklauf auf die Grundschule, bei dem 20 Grundschüler und 6 Erwachsene starben, kosten Sturmgewehre dieser Art doppelt so viel wie vor einem halben Jahr. Wie kann es sein, dass die Waffenliebe der Amerikaner durch dieses tragische Ereignis größer geworden ist? Waffengegner protestieren bereits seit Jahren gegen den legalen Erwerb von Waffen in den USA, die Politik ist untätig. Barack Obama kündigte an, die Waffengesetze zu verschärfen, doch sein größter Gegner sitzt bereits in den Startlöchern: die mächtigste Waffenlobby Amerikas, die National Rifle Association (NRA).
[...]»
-
GEMA - Zeit für eine Reform?
Die wohl legendärste Chilloutsendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehen im Nachtprogramm des Bayerischen Rundfunks wurde trotz großer Beliebtheit am 07. Januar 2013 eingestellt. Grund für das Aus der „Space Night“-Sendung waren die neuen GEMA-Tarife, die in den letzten Monaten immer wieder für Aufregung unter Kunstschaffenden und den Konsumenten gesorgt hatte. Der Tarif für Fernsehsendungen mit Musikbegleitung wurde umgestellt - anstatt einer bisherigen Pauschale wird nun nach dem tatsächlichen Musikanteil der Sendung berechnet. Doch nicht nur das Fernsehen hat Mehrkosten infolge der neuen GEMA-Tarife zu befürchten, auch YouTube und Co. liefern sich derzeit unerbittliche Kämpfe, wenn es um die Verwertung der Musikrechte geht.
[...]»
-
Blackout-Gefahr in Deutschland - Könnte uns wirklich der Strom ausgehen?
Energiesparen ist angesagt. Alte Atomkraftwerke werden abgeschaltet und Deutschland versucht immer mehr auf erneuerbare Energien zu bauen. Aber was passiert wenn uns plötzlich der Strom ausgeht? Es wird spekuliert, dass es in Deutschland unvorhergesehen zu einem Blackout kommen könnte. Doch was ist wirklich dran an den Befürchtungen?
[...]»
-
Monsanto - von Macht und Einschüchterung
Der amerikanische Chemiekonzern Monsanto begann im Jahr 1996 mit dem Verkauf einer Sojabohne, die gegen das Pestizid RoundUp resistent ist. Damals enthielten nur 2 Prozent der Sojabohnen in den USA dieses patentierte Gen. Im Jahr 2008 waren es bereits mehr als 90 Prozent. Seit Monsanto ein Patent auf diese chemie-resistente Bohne hat, hat sich das Leben der Landwirte in den USA sehr verändert. Vor knapp 10 000 Jahren sammelten Farmer die guten Samen ihrer Ernte ein um sie anschließend wieder auszusähen. So wurde damals Saatgut hergestellt. Aber Monsanto hat einen neuen Weg in der Nutzpflanzenproduktion eingeschlagen. Der Konzern besitzt alle Rechte an der Sojabohne RoundUp Ready. Im Jahr 1980 hat der oberste Gerichtshof der USA entschieden, dass Nutzpflanzen patentierbar sind. Wie viel Macht kann ein Konzern auf die Landwirtschaft in den USA ausüben?
[...]»