Von 1994 bis 2004 war der Verkauf bestimmter Sturmgewehre und Magazine in den USA nicht erlaubt. Das Gesetz, das Bill Clinton noch durchsetzte, lief unter George W. Bush aus, und wurde seitdem nicht mehr erneuert. Doch der Paragraph ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein: Während der Verkauf von Alkohol an Jugendliche extrem reguliert ist, kann im prüden Amerika jeder Jugendliche legal und ohne Waffenschein Waffen erwerben. NRA-Vizepräsident Wayne Lapierre ging nach dem Amoklauf in Newtown sofort in die Offensive und forderte – noch mehr Waffen. Seiner Meinung nach hätte bewaffnetes Sicherheitspersonal an der Schule das Massaker verhindern können. Im zweiten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung wird den Bürgern das Recht auf das Tragen von Waffen garantiert. Auf diesen berufen sich die Waffenlobbyisten ungeniert, wenn es darum geht, endlich die Waffengesetze in den USA zu verschärfen. Die USA verfügt weltweit über das größte Waffenarsenal, insgesamt befinden sich 250 Millionen Waffen in zivilem Gebrauch. Dass Waffengewalt mit Waffen bekämpft werden muss, ist die einzig logische Konsequenz der amerikanischen Waffenlobby. "Sie haben eine paranoide, verstörende Vision eines noch gefährlicheren und noch gewalttätigeren Amerikas gezeigt, in dem jeder bewaffnet und kein Ort mehr sicher ist", sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der sich seit Jahren für schärfere Waffengesetze einsetzt.
„Die älteste Bürgerrechtsorganisation der USA“