VON MAXIMILIAN REICHLIN | 17.07.2015 14:16
Überwachung aus dem All – Sind Satelliten eine Gefahr für den Datenschutz?
Satelliten werden immer moderner. Hochauflösende Bilder und sogar Echtzeitaufnahmen stellen mittlerweile für die Himmelskörper kaum mehr ein Problem dar. Aus diesem Grund werden sie auch ständig genutzt, von zivilen Unternehmen aber auch von Militär, Grenzschutz und Geheimdiensten. Bedrohen die technischen Möglichkeiten von Satelliten den Datenschutz? UNI.DE hat sich umgehört.
Mitte Juni schoss die europäische Weltraumorganisation ESA vom Weltraumbahnhof auf Französisch-Guayana eine Vega-Rakete ins All. Im Gepäck: den letzten von insgesamt zehn Sentinel-Satelliten des EU-Erdbeobachtungsprogramms „Copernicus“. Die Himmelskörper versorgen unter anderem die umstrittene Grenzschutzagentur Frontex mit hochauflösenden Bildern – die diese zur Erkennung, Analyse und gegebenenfalls zur Abwehr von Flüchtlingsströmen nutzt.
Satelliten werden im Grenzschutz eingesetzt
Offiziell sollen die Copernicus-Satelliten der Erdbeobachtung dienen, um Umweltveränderungen nachvollziehen zu können. Zusätzlich verfügen die Sentinels allerdings auch über den sogenannten „Kerndienst Sicherheit“ zur Grenz- und Schiffverkehrsüberwachung sowie zur Unterstützung von militärischen Außeneinsätzen. Das Copernicus-Netzwerk, zu dem neben den Sentinels noch eine Reihe von anderen europäischen Satelliten gehören, soll bereits in mehreren Einsätzen von Frontex verwendet worden sein. Zusätzlich entwickelten deutsche Forscher Softwaremöglichkeiten, um selbst einzelne Schiffe durch Satellitenbilder aufspüren und verfolgen zu können.
Ein weiteres Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung setzt zur Überwachung von Seewegen zusätzlich zu den Satellitenbildern noch auf Aufnahmen von Drohnen und Flugzeugen. Beim bereits 2013 gestarteten Projekt „Echtzeitdienste für maritime Sicherheit“ (EMSec) kommen außerdem Echtzeitaufnahmen zum Einsatz. Bis dahin waren Satellitenbilder allenfalls als Vorratsdaten gespeichert worden. Aufgrund der immer besseren technischen Möglichkeiten von Satelliten betonte das Ministerium in Zusammenhang mit EMSec eine gewisse Datenschutzproblematik. Es stellten sich „ethische Fragen lokaler Videoüberwachung in potenzierter Form.“ Potenziert, da der Echtzeitüberwachung durch Satelliten, im Gegensatz zur lokalen Videoüberwachung, kaum räumliche Grenzen gesetzt sind.
Der Staatstrojaner
Wieder einmal steht das Bundeskriminalamt wegen der Anschaffung eines neuen „Staatstrojaners“ in der Kritik von Datenschutzorganisationen
[...]»
Geheimdienste können sich bedienen
Diese Sorgen sind nicht aus der Luft gegriffen, denn moderne Satelliten leisten immer mehr. Selbst zivile Satelliten, wie sie zum Beispiel vom US-Internet-Konzern Google für Dienste wie Google Maps oder Google Earth genutzt werden, erzielen mittlerweile eine Auflösung
von rund 30 Zentimetern pro Bildpunkt. Damit lassen sich Personen aus dem All einigermaßen gut erkennen, kleinere Ziele zumindest noch erahnen. Noch hochauflösender sind die Bilder militärischer Satelliten. So gab etwa die Regierung der Vereinigten Staaten bereits 2011 an, bei der Jagd nach Osama bin Laden
Satelliten mit funktionierender Gesichtserkennung genutzt zu haben.
Auch europäische Geheimdienste greifen immer wieder auf Satellitenbilder zurück. In Europa wird das Sammeln und Sichten der Daten aus dem All vom Europäischen Satellitenzentrum (EUSC) besorgt, das auf eigene Satelliten, aber auch auf die Himmelskörper beteiligter Mitgliedsstaaten zugreifen kann. Geheimdienste und Militär können sich anschließend
aufgrund spezieller Vereinbarungen beim EUSC bedienen. So verfügen zum Beispiel deutsche Behörden über einen direkten Download-Zugang des auswärtigen Amtes Zugriff auf die Bilder der europäischen Satelliten. Zu den Abnehmern dieser Daten gehören unter anderem die Bundeswehr, der Bundesnachrichtendienst sowie das Bundeskriminalamt. Da staatliche Archive allerdings offenbar immer noch nicht groß genug sind, um alle Bedürfnisse der Geheimdienste zufrieden zu stellen, wird von staatlicher Seite auch
immer öfter bei zivilen Anbietern eingekauft. Es steht die Frage im Raum, wie bedenklich diese Datensammelwut in Verbindung mit den zunehmen Möglichkeiten der Satellitenüberwachung für den Datenschutz ist.
-
Altkleidersammlung
Der Schrank ist voll, es muss ausgemistet werden. Aber was tun mit alten Kleidungsstücken? Auf dem Flohmarkt verkaufen oder doch lieber in die Altkleidersammlung? Es gibt kaum eine Stadt, in der sich nicht Container für alte Klamotten oder Schuhe aneinander reihen. Also ab in die große Tonne damit und schon haben wir etwas Gutes getan? Nicht immer, denn oft spenden wir unsere ungeliebten Kleidungsstücke keiner guten Sache. Wer sicher sein will, dass seine Altkleider auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden, der sollte sich vorher gut informieren, denn nicht selten werden Schuhe, Jacken & Co. zu Höchstpreisen verkauft.
[...]»
-
Verfreundete Nachbarn – über das Verhältnis von Piefken und Ösis
Deutsche in Österreich – das ist ein Thema mit Konfliktpotenzial im deutschen Nachbarland. Deutsche nehmen österreichischen Studierenden die Studienplätze weg und sind die Bedienung in den Skiurlaubsorten des Alpenstaats. So die gängigen Klischees. Doch warum ist der Umgang zwischen den zwar verwandten und sich doch stark abgrenzenden „Piefken“ und „Ösis“ so kompliziert? Und woher kommt eigentlich das Wort „Piefke“?
[...]»
-
Auf unbestimmte Zeit geliehen – Das Phänomen „Leiharbeit“ in Deutschland
Sie sind billig, sie sind flexibel und sie sind beinahe in unbegrenzter Zahl vorhanden. Immer mehr Firmen in Deutschland setzen auf Leiharbeiter anstatt auf Festangestellte. Doch die Rahmenbedingungen der „geliehenen“ Arbeitskräfte sind durch das Gesetz nicht ausreichend abgesteckt. Kritiker sprechen von Ausbeutung und moderner Sklaverei. UNI.DE klärt die Hintergründe.
[...]»
-
„Rassisten in Deutschland“ von Harry Waibel
Hat Hitler nur das Beste gewollt? „Ja“ meinten bei einer Umfrage, die 1977 durchgeführt wurde, über 80 Prozent der Bürger in der BRD. 1989 ergab eine Umfrage, dass noch immer 6,4 Millionen Deutsche eine gute Meinung zu Hitler hatten. Rassismus in Deutschland ist kein dunkles Phantom, sondern traurige und erschreckende Realität. Doch woher rührt dieser Hass? Wie äußerst er sich und vor allem: Was wird dagegen unternommen?
[...]»
-
LKA und Verfassungsschutz sammeln Daten von Demonstranten
Jüngst veröffentlichte vertrauliche Dokumente sollen belegen, dass nach der Polizeidirektion Göttingen auch das LKA in Berlin eng mit dem Verfassungsschutz zusammenarbeitet, wenn es um die Sammlung und Speicherung personenbezogener Daten von Demonstrantinnen und Demonstranten geht. Diese Praxis ist, laut der Meinung von Datenschützern und einiger Verwaltungsgerichte, absolut rechtswidrig. Dennoch sind neue Fälle bekannt geworden. Wird dadurch die Versammlungsfreiheit bedroht?
[...]»
-
Patentierte Welt – Das Geschäft mit dem Allgemeingut Leben
Schallplatten aus Schokolade, ein Helm mit integrierter Pistole, eine Spaghettigabel mit drehbarem Antrieb – an kuriosen Patenten herrschte noch nie ein Mangel. Weniger unterhaltsam als die eben gebrachten Beispiele sind die Patente, gegen die Greenpeace zusammen mit anderen Verbänden seit nunmehr 15 Jahren protestiert: Es geht um Patente auf Schweinegene, auf Hühnerfutter und Brokkoli-Saatgut. Kurz: Es geht um Patente auf Leben. Und um den Versuch großer Lebensmittelkonzerne, mit unseren Grundnahrungsmitteln ein Milliardengeschäft zu machen – auf Kosten regionaler Landwirte und nicht zuletzt auf Kosten der Verbraucher.
[...]»
-
Die Erbenrepublik
Das nächste Jahrzehnt gilt in Deutschland als Dekade der Erben. Dies liegt an den beträchtlichen Reichtümern, die die Nachkriegsgeneration in wirtschaftlich paradiesischen Zeiten anhäufen konnte, und die bald weitervererbt werden. Das Institut für Altersvorsorge berechnete, dass im nächsten Jahrzehnt jedes Jahr 250 Milliarden Euro an Privatvermögen an die nächste Generation transferiert werden. Die Gesamtsumme liegt irgendwo zwischen zwei und vier Billionen Euro. Was macht dieser einzigartige Vermögenstransfer mit einer Gesellschaft, in der schon jetzt die Herkunft maßgeblich ist für Wirtschafts- und Bildungserfolg?
[...]»
-
Ich, Generation Y
Ein neues Trendwort ist da: Generation Y. Der Definition zufolge sind das Menschen, die um die Jahrtausendwende zu den Teenagern zählten, also ich. Ich bin die Generation Y. Ich und alle diejenigen, die ebenfalls in die „Gen Y“ geraten sind, haben eine gute Ausbildung, zuweilen sogar einen Uni-Abschluss, wir sind technologieaffin, wir arbeiten am liebsten in flachen Hierarchien und haben wenig Vertrauen in die Regierung. Und dieses Misstrauen veranschaulichen wir in passiven Widerständen gegen das politische Geschehen. Aber auch bei uns, also der Generation Y, gibt es Sonderlinge, die Generation Chips. Wir unterscheiden uns vor allem dadurch, dass die Chips der Unterschicht angehören, zu viel fernsehen, schlecht essen und sich von der Gesellschaft weitgehend fernhalten. Nun muss ich mir die Frage stellen: Warum wird eine ganze Generation in zwei Teile zerlegt? Gibt es wirklich die Chips und die Y’s?
[...]»
-
Frauen in Ägypten - Opfer sexueller Gewalt
Schon lange ist sexuelle Belästigung von Frauen ein
Problem in Ägypten. Auf offener Straße sind Frauen sexueller Belästigung ausgesetzt und müssen mit gewaltvollen Reaktionen rechnen, wenn sie sich wehren wollen. Seit der Revolution 2011 hat sich das Problem noch verstärkt. Auf dem Tahrir Platz kommt es mittlerweile zu öffentlich organisierten Vergewaltigungen und laut einer Studie fühlen sich 86,5 Prozent der ägyptischen Frauen in öffentlichen Verkehrsmitteln
nicht mehr sicher.
[...]»
-
Paten im Ländle? Von der Mafia in Deutschland
'Ndrangheta, Camorra und Cosa Nostra sind bloß italienische Probleme? Das wäre zu einfach gedacht: Knapp 500 Mafiosi kennt das Bundeskriminalamt in Deutschland. Sie betreiben Rauschgifthandel und waschen illegal erwirtschaftetes Geld zulasten des Steuerzahlers und ehrlich wirtschaftender Betriebe. Doch Gesetzeslücken und Behördendschungel verhindern bei uns, dass die Ermittler die organisierte Kriminalität wirksam bekämpfen können.
[...]»