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Pauline Keller  |  13.09.2019 14:13

Buch Tipp - der Debütroman von Pauline Keller "Die Luft da oben"

Eine junge Frau sucht ihren Weg

Wegen ihrer Größe ist Lena für alle die lange Latte.
Lena lacht zu den Sprüchen und Spötteleien. Wie sehr es sie verletzt, soll keiner sehen. Überhaupt: Was sollte sie auch sagen? Mehr und mehr beginnt Lena, sich selbst zu verachten. Ihre 1 Meter und verfluchten 82 Zentimeter zu hassen. Sie versucht, sich unter weiten Klamotten zu verstecken, knickt die Schultern ein und würde am liebsten so tief in sich hineinkriechen, bis sie sich aufgelöst hat.
Auch ihrer Familie gegenüber fällt es Lena schwer, sich zu behaupten. Immer wieder lässt sie sich Entscheidungen aufzwängen, lässt sich verunsichern, studiert auf Drängen des Vaters BWL statt Psychologie. Als sie sich nach ihrem Abschluss eine Auszeit wünscht, um sich beruflich zu orientieren, kommt es zum Eklat. Und Lena verliert sich in ihrer Angst, allein und ohne die sichere Seite zu versagen.
Schließlich trudelt die Einladung zu einem Klassentreffen herein – für Lena die komplette Katastrophe: Wieder Svenia und den anderen Püppchen gegenübertreten? Sich wieder fühlen wie das Trampel auf zwei viel zu langen Beinen? Und alle sind schon längst erfolgreich und erwachsen und machen Karriere und haben ihren Platz gefunden … und nur ich habe nichts vorzuweisen? Doch manchmal im Leben, da kommt es ganz anders als geglaubt. Lena erfährt am Klassentreffen Verblüffendes. Und so nach und nach macht es in ihr plopp-plopp-plopp …

„Die Luft da oben“ taucht ein in die Gedankenwelt der 25-jährigen Lena, die erst lernen muss, das eigene Leben zu leben statt das der anderen. Die Umwege braucht, bis sie in sich spürt: Ich bin o.k., so soll ich sein. Es ist eine Geschichte über Selbstzweifel und die Spuren, die die Worte der Mitmenschen hinterlassen können, eine feinfühlige und doch manchmal schmerzhaft direkte Geschichte über das Erwachsenwerden, mit allen Konflikten, die dazugehören, und mit der Frage: Soll man sich verbiegen, um andere stolz zu machen, oder soll man einen Befreiungsschlag wagen und nach dem eigenen Glück suchen?