Ein schweizer Pilotprojekt will nun die Grundidee und Möglichkeiten von Second Life für einen globalen virtuellen Campus, Vorlesungen sowie Projekträume in 3-D nutzen.
Vorlesungen mittels Videokonferenz an Hochschulen per Kamera und Mikrophon gibt es bereits weltweit. Das Projekt „ShangAl Lecuters“ von Rolf Pfeifer, Professor für künstliche Intelligenz an der Universität Zürich, geht einen Schritt weiter. In einem virtuellen Pilot-Projektraum in 3-D tauschen sich derzeit 370 Studenten-Avatare aus aller Welt aus.
Global umfassender Unterricht im virtuellen 3-D Webspace ist nicht neu. Universitäten und Sprachschulen bieten schon längst Seminare in „Second Life“ an. Aber diese Plattform unterliegt der Kontrolle der Betreibers Linden Labs. Allerdings wird an diesem Monopol intensiv gerüttelt und an Alternativen gearbeitet: Sun entwickelt mit „Project Wonderland“ eine offene virtuelle 3-D-Welt. Derzeit wird an einem virtuellen Campus gebastelt. Hier können sich Studenten-Avatare in verschiedenen Räumen treffen – je nach Interessensgemeinschaft – werden dann gemeinsame Arbeiten in Angriff genommen. Aber auch Second Life arbeitet mit „OpenSim“an einer neuen und kostenfreien Version.
Der 3D-Effekt ist dabei mal von Vor- und von Nachteil. Als Bonus zeigt es sich vor allem bei technischen Studiengängen. Hier wird räumliches Vorstellungsvermögen verlangt. Das Verhalten von Maschinen oder Robotern, kann hier übergreifend global getestet, simuliert sowie unter den Gruppenmitgliedern diskutiert und optimiert werden. Sicherlich wäre das auch im realen Leben machbar, aber unter einem ganz anderem Arbeits- und Zeitaufwand, geschweige der logistischen Herausforderung, Studenten aus aller Welt für ein Projekt an einen Ort zu vereinigen.