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VON DANIELA PONHOLZER | 03.11.2010 14:22

Montreal

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle Interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Daniela:

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Social Justice Comittee

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

8 Stunden, wobei man aber so nebenbei seine Mittagspause machen kann, wie, wann, und solange man will. Naja, nicht endlos :-)!

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Kommt darauf an, ob man an selbstständig an irgendwelchen Projekten arbeitet oder nicht. Wenn ja, dann arbeitet man halt an diesem Projekt. Braucht man mal eine Abwechslung, kann man jederzeit mit irgendwelchem Bürokram aushelfen: Briefe schreiben, für den Blog einen Artikel schreiben, kurze Recherchen machen, Poster, Broschüren oder Sonstiges gestalten... die Liste ist endlos fortzusetzen! Wobei man aber immer gefragt wird, ob man dass auch wirklich machen will. Es wird niemand zu irgendwelchen Arbeiten gezwungen. Kein Arbeitstag gleicht dem anderen, es passiert immer etwas Neues.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Gut. Das Social Justice Committee (SJC) lebt quasi von Praktikanten und Freiwilligen. Eine ganze Reihe davon kommt und kam aus Deutschland. Ständig ist mindestens einer aus Deutschland da. Man kann also mal auch kurze Gespräche auf Deutsch führen, wenn man keine Lust mehr auf Englisch oder Französisch hat :-)!

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Ich fand ihn sehr wichtig. Verglichen mit dem, was ich in den 3 Monaten Sprachkurs (Full time intensive) gelernt habe, waren die 2 Jahre Schulfranzösisch wirklich witzlos. Obwohl man in der Sprachschule sowohl Englisch als auch Französisch lernen kann und man also nicht unbedingt in den Pausen Französisch reden müsste, legen die Lehrer schon viel Wert darauf, dass man so viel wie möglich die Sprache spricht, für die man auch hier ist. In der Sprachschule herrscht generell ein Sprechverbot für alle Sprachen außer Französisch und Englisch. Besonders für Sprachschüler untereinander wird sehr darauf geachtet, dass diese Regel eingehalten wird. Im Unterricht kann man in Außnahmefällen fragen, wenn man was partout nicht nachvollziehen kann. Dann wird halt mal ein englischer Satz, oder wenn der betreffende Lehrer deine Muttersprache spricht auch mal ein Muttersprachensatz eingeworfen. Aber generell: Im Französischunterricht wird nur Französisch gesprochen, für Englisch gilt das gleiche.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Verglichen mit Praktika in Deutschland hatte ich in Kanada viel mehr Verantwortung. Ich musste nicht bei jeder erledigten Aufgabe erst die Meinung von erfahrenen Kollegen oder dem Chef einholen. Es wurde einfach darauf vertraut, dass ich alles weitgehend richtig mache und dass ich frage, wenn etwas unklar ist.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen?

Ich werde mehr Initiative zeigen.