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VON RICHARD KEHL | 29.01.2010 16:21

Strompreise vergleichen

Wie Energie-Misswirtschaft betrieben wird

Lange genug waren Strompreise nicht transparent genug. Seit Oktober 2009 kann jeder die Fieberkurven von Erzeugung und Preis im Internet verfolgen sowie Strompreise vergleichen. Eine Transparentrichtlinie verpflichtet die Energie-Erzeuger zur Veröffentlichung der Zahlen. Die Fakten sorgen für Missmut und lassen dabei an so manch gesunden Menschenverstand zweifeln.


Man könnte jetzt sarkastisch sein und sagen der Klimawandel hat auch seine Vorteile: Es treten immer mehr Naturgewalten auf, welche man sich für Energieerzeugung zu Nutze machen kann. Winterstürme haben in Windkraftwerken, hauptsächlich im Osten Deutschlands, über Weihnachten beispielsweise so viel Strom produziert, wie 20 Atomkraftwerke bei voller Auslastung. Und das in einem Zeitraum von lediglich 5 Stunden. Das entspricht ca. 100 000 000 Kilowattstunden. Das führte dazu, dass andere Anbieter auf ihrem Strom sitzen geblieben sind. Sie mussten sogar noch 20 Cent pro Kilowatt-Stunde „draufzahlen“, um den Strom loszuwerden – ein Preis, der an den Endverbraucher weitergeben wird. Aber man braucht nicht wirklich Stürme, um Energie zu gewinnen. Als der Wind nachließ war der Strompreis an der Leipziger Energieböse immer noch unter null, obwohl der Verbrauch in den Haushalten anstieg.


Und trotzdem treiben Energiekonzerne langsam aber sicher für den Endverbraucher die Preiskurve immer weiter in die Höhe? Spätestens bei der Jahresabrechnung bekommt man dies Schwarz auf Weiß.


Statt auf vernünftige Ökoenergie zu setzen, Windkraftwerke zu optimieren, setzen Stromkonzerne weiterhin auf unflexible Großkraftanlagen und Laufzeitverlängerung von unsicheren Atomkraftwerken. Somit zahlt die Rechnung der Endkunde doppelt: für die Stromerzeugung und Entsorgung der Überproduktion.


Lieber sollte man in Technologien investieren, um die stark schwankende Windenergie umzuleiten, zu puffern, zu speichern und somit auch vernünftige Energiepreise an den Verbraucher weiterzugeben - es lohnt sich immer die Strompreise zu vergleichen! Siehe auch http://www.tarifcheck24.com